…in deiner Kunst – bringt er wirklich den Erfolg?
Oh je – wie oft wird uns das von Kunst-Coaches oder solchen, die sich dafür halten, gepredigt!
Was mir dabei auffällt: Es scheint ein großes Bedürfnis zu geben, alle Künstlerinnen und Künstler in ihrem „Business“-Verhalten gleichzuschalten. Aber lebt Kunst nicht gerade von Individualität? Von Überraschung, vom Neuen und Unbekannten?
Ich höre mir immer wieder Kunst-Podcasts an, schaue Videos mit Tipps und Empfehlungen – und oft spüre ich dabei Widerstand und Widerspruch. Gleichzeitig finde ich auch Anregungen, die mich weiterbringen.
Der „Rote Faden“ muss sich ja nicht zwangsläufig auf den Stil beziehen. Er kann auch inhaltlich gemeint sein – als Auseinandersetzung mit bestimmten Themen. Als ich meine Arbeiten Revue passieren ließ, stellte ich fest: Rund 90 % meiner Bilder kreisen immer wieder um drei Schwerpunkte – Natur, Emotion und Transformation. Natürlich entstehen daneben auch Werke, die sich aus einer Idee oder einer Technik heraus entwickeln und sich diesen Kategorien nicht zuordnen lassen. Aber das ist für mich völlig in Ordnung. Es erweitert meinen Horizont – und vielleicht entsteht daraus irgendwann ein neuer Schwerpunkt.
In der Kunst erlaube ich mir viel Spontaneität und Freiheit. Im Alltag bin ich eher strukturiert und plane gerne voraus – doch im Atelier ist es anders. Ich überlege nicht: Welches Thema könnte ich jetzt bearbeiten? Stattdessen wähle ich spontan eine Leinwandgröße, ein Material, eine Farbe – und lege los. Bin ich deshalb chaotisch? Ich glaube nicht. (Aber sag das bloß nicht den Coaches – die würden wohl in Ohnmacht fallen!)
Ich genieße dieses „sich ins Bild fallen lassen“: zu sehen, was passiert, welche Ideen entstehen, wie sich Farben und Formen entwickeln – und welches Ergebnis am Ende überrascht. Oft sieht ein Bild ganz anders aus, als ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte. Diese Spontaneität, dieses „Im-Fluss-Sein“, möchte ich nie aufgeben. Auch wenn ich damit für manche vielleicht „nur“ eine Hobby-Künstlerin bin und keine „Profi-Künstlerin“. Wer ich bin, bestimme ich selbst – nicht die selbsternannten „Kunstprofis“.

Und mein Roter Faden? Ja, den gibt es – aber er ist keine gerade Linie, sondern eher ein Geflecht, denn manche Bilder passen gleichzeitig zu verschiedenen Themen oder verbinden sie sogar.
Hast du einen Roten Faden in deiner Kunst? Worauf bezieht er sich?
Ich freue mich auf deine Rückmeldung – und besonders auf eine Diskussion!
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