Venedig im Dezember

Eine Reise voller Eindrücke und Einblicke

Anfang Dezember war ich in Venedig – einer Stadt, die mich wieder in ihren Bann gezogen hat. Diesmal stand mein Aufenthalt ganz im Zeichen der Kunst. Ich war für zwei Veranstaltungen angemeldet und offiziell zur Teilnahme zugelassen: Zum einen für den European Artist Award 2025 und zum anderen für eine kollektive Ausstellung zeitgenössischer Kunst.

Die Gala: Reden, Würdigungen und viel Inszenierung

Die Galaveranstaltung begann mit zahlreichen – gefühlt endlosen – Reden. Nachdem die Urkunden für die eingereichten Kunstwerke überreicht und das obligatorische Foto gemacht worden war, folgte eine kunstorientierte Diskussion zwischen Nino Argentati und Roberto Litta.

Zum Abschluss erhielt Roberto Litta den „Silbernen Ritter“ als Anerkennung für sein Engagement für die Kunst.

Anschließend wurde ein großes Abschlussfoto auf der Bühne gemacht: Alle „Auserwählten“ – sollten sich versammeln. Dabei zeigte sich deutlich, dass Kunstschaffende nicht nur kreativ, sondern auch konkurrenzbewusst sein können.

Einige drängten nach vorne, andere suchten Nähe zu Nino oder Roberto, um sich „in Erinnerung zu rufen“ oder einen Moment zusätzlicher Sichtbarkeit zu erlangen. An dieser Stelle wurde sehr deutlich, dass Kunstschaffende nicht nur kreativ, sondern durchaus auch konkurrenzbewusst sein können und Ellenbogen gehörten hier ganz offensichtlich zum Spiel.

Zwischen kreativ, schrill und elegant: Die Outfits der Kunstwelt

Schon bei der Urkundenverleihung wurde klar, wie unterschiedlich die Auftritte waren. Die Outfits reichten von künstlerisch-kreativ über zurückhaltend-elegant bis hin zu extravaganten und schrillen Kombinationen – Hauptsache auffallen!? In gewisser Weise ist das ja wohl auch Teil der Kunstszene… Ich bin eher nicht so Freundin davon, habe aber durchaus auch etwas übrig für ausgefallene Ideen, sich zu kleiden.

Konkurrenz setzt sich durch? 

Eine Frau nahm ihr kleines Bild mit zur Urkundenübergabe und hielt es für das Foto demonstrativ in die Kamera. Ein anderer Teilnehmer brachte dem Moderator als „Geschenk“ – eine kleine Karte eines seiner Werke, natürlich handsigniert. Der Moderator legte sie eher uninteressiert beiseite; offenbar war ihm klar, dass es dabei weniger um ein Geschenk als um eine Form der Anbiederung ging.

Vorteilsnahme scheint in solchen Momenten Trumpf zu sein – in der Hoffnung, schneller ans Ziel zu kommen oder stärker wahrgenommen zu werden. Aber führt so etwas wirklich zum Erfolg? Oder durchschauen Profis solche Versuche sofort? Es ist sicherlich beides. Manchmal „zieht“ es, ein anderes Mal schreckt es eher ab.

Sekt, Häppchen und ein Schaulaufen der besonderen Art

Beim anschließenden Empfang mit Sekt und Häppchen ging das Schaulaufen weiter. Und es gab einiges zu sehen – amüsant und zugleich ein wenig befremdlich.

Mein Fazit und eine Frage an euch

Für mich bleibt die Erkenntnis: Die Kunstwelt ist faszinierend, bunt und inspirierend – aber auch menschlich, mit all ihren Eitelkeiten, Ambitionen und Eigenheiten. Einerseits hat mich vieles amüsiert, andererseits auch irritiert. Vielleicht gehört das alles einfach dazu.

Wie seht ihr das?

Habt ihr ähnliche Erfahrungen auf Kunstveranstaltungen gemacht?
Ist dieses Verhalten Teil des Spiels – oder eher abschreckend?
Ich freue mich auf eure Gedanken und euren Austausch.


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