Irrungen und Wirrungen in der Kunst

Kennst du dieses Gefühl?
Man schlingert sich durch einen Wust von – teilweise widersprüchlichen – Tipps, Tricks und Ratschlägen. Und schnell fragt man sich: Wie soll ich das bloß alles umsetzen? Wann soll ich dann noch malen? Fast könnte man meinen, man bräuchte ein Management und ein Sekretariat!

Zwischen Zweifel und Eigenständigkeit

Wer nicht einfach im künstlerischen Mainstream bestimmter Stilrichtungen mitschwimmen möchte, sondern den Anspruch hat, sein eigenes Ding zu machen, kennt ein weiteres Hindernis: die Selbstzweifel.

Fragen wie:

  • Werde ich überhaupt verkaufen, wo meine Bilder so ganz anders sind?
  • Sollte ich vielleicht doch lieber …?
  • Wo kann ich meine Bilder überhaupt ausstellen – ich habe ja noch keinen Namen in der Szene?
  • Und wie soll ich es anstellen, dass sich eine Galerie für mich interessiert?

Diese Gedanken sind keine Ausnahme, sondern Alltag für viele, die ihren Weg in der Kunst suchen. Nahezu alle Künstler:innen haben klein angefangen.

Daher: Prüfe deine Möglichkeiten, schau dich um und wage den Schritt nach vorne.
Aber nicht gleich auf’s Podest! Sei kreativ und vielfältig, wenn es darum geht, deine Bilder zu zeigen: Vielleicht zuerst auf einem Trödelmarkt, dann auf einem Kunstmarkt – und irgendwann in einer Galerie. Aber auch Büros, Praxen, Hotels, Restaurants, Bars oder sogar ein Friseursalon können ein Anfang sein. Entscheidend ist: ausprobieren, wagen, herausfinden, was zu dir passt.

Der wichtigste Tipp: Zuhören und Aussortieren

Mein einziger Rat: Höre gut zu – aber sortiere genauso sorgfältig aus.
Nimm dir die Ideen heraus, die zu DIR, zu deiner KUNST und zu deinen MÖGLICHKEITEN passen. Denn du allein entscheidest, was dich weiterbringt und was dich nur bremst.

Deine Kunst, dein Weg

Frage dich:

  • Worum geht es eigentlich? Um deine Kunst – nicht um dein Privatleben. Du kannst dich dennoch „persönlich“ präsentieren, etwa mit deinen Werten und Themen.
  • Wie will ich mich und meine Kunst zeigen? Du hast die Wahl! Wähle bewusst aus: Bild, Bilderreihe, Video? Tonlos, mit Geräuschen, Sprache oder Musik? Selbst die Geschwindigkeit einer Bildfolge hat große Wirkung auf viele Betrachtende.

Und genau darin liegt die Freiheit: Niemand zwingt dich in ein bestimmtes Format. Niemand schreibt dir vor, ob du laut, leise, provokant oder zurückhaltend sein musst.

Der Wert der Umwege

Kunst ist kein geradliniger Weg. Sie ist ein Geflecht aus Farben, Formen und Erfahrungen. Manches wirkt wie ein Irrweg, entpuppt sich aber später als Quelle von Tiefe und Kraft. Jedes Bild, jede Skizze, jede Idee trägt dich ein Stück weiter.

Vielleicht ist es am Ende genau das, was Betrachtende, Sammler:innen oder Galerien anzieht: dass du den Mut hattest, deinem eigenen, verschlungenen Pfad zu folgen – mit all seinen Irrungen, die letztlich ihre ganz eigene Wirkung entfalten.

👉 Also: Hab den Mut, deinen eigenen künstlerischen Weg zu gehen – denn nur so entsteht Kunst, die wirklich authentisch ist und wirkt.

Persönliche Anmerkung

Nicht, dass ihr das falsch versteht: Ich bin kein Profi in der Kunstvermarktung – im Gegenteil. Ich schlingere wie viele andere durch die Flut von Angeboten und Tipps. Und immer wieder versuche ich, mich auf meinen eigenen Weg zurückzubringen. Aber vielleicht ist genau dieses Schlingern nach rechts und links nötig, um überhaupt einen Weg zum Ziel zu finden.

Der Weg ist bei jeder und jedem anders. 
Welche Erfahrungen hast du gemacht?


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