365_Isolated

🇩🇪  Mixed Media auf Holzplatte, 40 x 50 cm
Ein Bild aus der Serie: Trauma / Emotions

Das Werk „isolated“ spricht eine universelle Sprache innerer Verletzungen und emotionaler Isolation.

Die strukturierte, aufbrechende Oberfläche in Gold und dunklen Tönen erinnert an eine Landschaft der Narben — getrocknete Haut, rissiger Boden, geborstene Erinnerungen. Sie erzählt von Zerfall und gleichzeitiger Veredelung: Schmerz als Spur, aber auch als Teil der eigenen Geschichte.

Die in Gips geformte Maske eines menschlichen Gesichts wirkt entrückt und leer, fast leblos. Doch die Präsenz von Stacheldraht, der sich fest um Augen, Ohren und Mund schlingt, fügt eine drängende Dimension hinzu: Sprachlosigkeit, Taubheit, Unsichtbarkeit und Gefangenschaft in der eigenen Psyche. Das Bild verweist möglicherweise auf die Erfahrung, ständig mit inneren Mauern und äußeren Zwängen leben zu müssen. Die daraus erwachsende Isolation wirkt sich sowohl körperlich als auch seelisch aus.

Das glitzernde Gold verweist auf die Spannung zwischen Innen und Außen: Es steht für die scheinbar strahlende, glänzende Welt da draußen — eine Welt der Möglichkeiten, der Schönheit, der Leichtigkeit. Doch aus der Perspektive innerer Isolation bleibt sie unerreichbar, fast unwirklich. Diese „Glitzerwelt“ verstärkt das Gefühl von Trennung und Fremdheit: Man sieht sie, nimmt sie wahr — doch der Zugang bleibt verwehrt. So wird das Außen zum schmerzhaften Spiegel des eigenen Abgeschnittenseins.

🇪🇸  365\_Isolated

Mixed media sobre tabla de madera, 40 x 50 cm
Obra de la serie: Trauma / Emociones

La obra «isolated» habla un lenguaje universal de las heridas interiores y del aislamiento emocional.

La superficie dorada y agrietada, en contraste con tonos oscuros, evoca un paisaje de cicatrices: piel seca, tierra resquebrajada, recuerdos fragmentados. Narra el deterioro y, a la vez, una sutil transformación: el dolor como trazo indeleble, pero también como parte inseparable de la propia historia.

La máscara de yeso de un rostro humano aparece suspendida, vacía, casi sin vida. Alambre de púas envuelve con fuerza los ojos, los oídos y la boca, añadiendo una dimensión opresiva: silencio forzado, sordera emocional, invisibilidad, y el encierro dentro de la propia psique.

La obra alude a la experiencia de vivir atrapado entre muros interiores y presiones externas. El aislamiento que de ello emana impregna tanto el cuerpo como el alma.

El resplandor dorado simboliza la tensión entre el mundo interior y el exterior: un mundo que brilla con aparente esplendor — lleno de promesas, belleza y ligereza. Y sin embargo, desde la perspectiva del aislamiento interior, permanece inalcanzable, casi irreal.

Ese «mundo brillante» no hace sino acentuar la sensación de separación y extrañeza: se ve, se percibe — pero el acceso permanece vedado. Así, el exterior se convierte en un espejo doloroso de la propia desconexión.

🇬🇧 365_Isolated

Mixed media on wooden panel, 40 x 50 cm
Part of the series: Trauma / Emotions

The artwork „isolated“ speaks a universal language of inner wounds and emotional isolation.

The structured, cracked surface in gold and dark tones evokes a landscape of scars — dried skin, fractured earth, shattered memories. It tells of decay and, at the same time, of transformation: pain as a trace, but also as an integral part of one’s own story.

The plaster-cast mask of a human face appears distant and empty, almost lifeless. Barbed wire tightly coils around the eyes, ears, and mouth, adding a pressing dimension: enforced silence, emotional deafness, invisibility, and imprisonment within one’s own psyche.

The work alludes to the experience of living constantly behind inner walls and under external constraints. The resulting isolation leaves its mark on both body and soul.

The shimmering gold highlights the tension between the inner and outer worlds: it represents the seemingly radiant, gleaming world outside — a world of opportunity, beauty, and lightness. Yet from the perspective of inner isolation, this world remains out of reach, almost unreal.

This “glittering world” only intensifies the feeling of separation and estrangement: one sees it, perceives it — but access remains denied. Thus, the outer world becomes a painful mirror of one’s own disconnection.

Kunstkritik von Monia Scarantino zu
Angela May „365_solated“ vom 27. Juli 2025

„Das ist eines meiner Lieblingswerke… es spricht für sich selbst … es ist einfach technisch und konzeptionell atemberaubend.

Der Kontrast zwischen kaltem, scharfem Stacheldraht und einem fast ätherischen Hintergrund sowie die Stilisierung eines menschlichen Kopfes erzeugen eine visuelle und konzeptionelle Spannung, die sofort die Aufmerksamkeit fesselt und zum Nachdenken anregt. Die Gegenüberstellung so unterschiedlicher Elemente ist ein Geniestreich, der ein tiefgründiges Thema vermittelt.

Der obere linke Bildbereich mit seiner satten, rissigen Textur ist ein bemerkenswertes Highlight. Hier geht es nicht nur um Farbe, sondern um eine Oberfläche, die durch ihre Unregelmäßigkeiten, Risse und Reliefs „spricht“. Diese Textur verleiht der gemalten Oberfläche Tiefe, ein Gefühl von Geschichte und Erfahrung und lädt das Auge zum Entdecken ein.

Die Verwendung von Gold ist nicht flächig. Seine Variationen von brillant bis matt und die Kombination mit Grau- und Weißtönen erzeugen eine innere Leuchtkraft und eine chromatische Komplexität, die über den bloßen Farbauftrag hinausgeht. Sie suggeriert Kostbarkeit, Dekadenz, spirituelles Licht und Energie.

Die Stärken dieses Werks liegen in seiner Fähigkeit, komplexe Botschaften durch kraftvolle und direkte Symbolik, eine bemerkenswerte Beherrschung von Materialien und Farben, eine sorgfältig ausgewogene Komposition und eine thematische Tiefe zu vermitteln, die zur persönlichen und universellen Reflexion einlädt.

Das Werk lässt niemanden gleichgültig. Es ruft ein Gefühl von Unbehagen und Beklemmung hervor, aber auch eine gewisse Melancholie oder Kontemplation. Diese Fähigkeit, eine starke emotionale Reaktion hervorzurufen, ist ein Kennzeichen eines beispielhaften Kunstwerks.“


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